Wir überraschten die Kinder in der letzten Ferienwoche mit dem Besuch der Burg Stolpen. Obwohl die Burg direkt in unserem unmittelbaren Umfeld liegt, waren einige Kinder noch nie zuvor auf der Burg unterwegs.
Mit seiner mehr als 800 Jahre alten Geschichte konnten wir einen Einblick in eine längst vergangene Zeit erhaschen. Die Basaltsteine, die säulenförmig überall an der Burg zu finden sind, gehören mit zu dem dicksten Gestein, was es gibt. Kein Wunder, denn vor über 25 Millionen Jahren war hier einmal ein Vulkan aktiv, der eine massive Magma-Kammer unterhalb der Oberfläche bildete, die nach und nach erstarrte und diese einzigartigen Säulen zurückließ.
Gleich zu Beginn unserer Eroberung ging es in die Kammer des Schreckens. Hier gibt es ein Sammelsurium unterschiedlicher Folterinstrumente, die damals im Mittelalter Gang und Gebe waren und schon bei kleinsten Verbrechen Anwendung fanden. Fingerzwicke, Lastensteine mit fast 15 kg Gewicht sowie die Streckbank sorgten bei uns für ein schauriges Gefühl. Die Schandmaske wurde damals all denen angelegt, die für kleinere Verbrechen bestraft werden sollten. Wie gut, dass diese Zeit längst vergangen ist.
In den oberen Burghöfen erkundeten wir neugierig den Johannis, -Seiger- und den Siebenspitzenturm. Das viele Treppensteigen war bei der Hitze echt anstrengend. Oben auf der Aussichtsplattform angelangt, war die Anstrengung jedoch schnell vergessen. Wir hatten einen phantastischen Blick bis weit in die anliegenden Dörfer. Auf den Feldern beobachteten wir die Traktoren beim Einholen der Ernte.
Innerhalb der Burganlage beeindruckte uns der Basaltbrunnen, der mit 84 Metern weltweit der tiefste naturbelassene Basaltbrunnen ist. Wenn man sich dann noch vorstellt, dass das Gestein nur mit Schlegel und Eisen abgetragen wurde, bekommt man einen ungefähren Eindruck der körperlichen Anstrengungen, die für den Bau erforderlich waren.
Zu guter Letzt wollten wir natürlich noch den heimlichen Star der Burg sehen: den Burggeist Basaltus. Beim Gang hinab in den Burgkeller wurde es einigen Kindern schon etwas mulmig. Einige meinten, den Geist schon aus der Ferne zu hören. Leider zeigte er sich trotz unserer Spende nicht und blieb im Verborgenen. Vielleicht war es ihm an diesem Tag zu heiß oder er wollte uns für einen weiteren Besuch der Burg ermuntern. Wie dem auch sei; die Burg zeigte uns wieder einmal, dass Geschichte keinesfalls langweilig sein muss und es hier immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt.